An Award-winning x-mas story by Miss Susanne Daxelhoffer, generation y.

Noch sechs Tage bis Weihnachten. Heisst rüüdige Zeiten in der himmlischen Geschenkfabrik. Der Nordpol glühte, als hätte hier der «Verein Weihnachtsbeleuchtung Luzern» höchstpersönlich Feuer gelegt. Mit heissem Kopf rannte das Weihnachtskind zwischen den Geschenkmaschinen hin und her. Für jede Generation eine Maschine – die Boomers, die X, die Y, die Z, und ganz hinten noch die M, ein Deal mit der Migros, man ist schliesslich auch am Nordpol der Nachhaltigkeit verpflichtet.

Plötzlich ein aufgeregter Schrei bei Maschine Y. Hatte doch der zuständige Elf das Gerät mit zwei Wunschzetteln auf einmal gefüttert, was bei dem 500-jährigen Apparat mit viel Shabby Chic offensichtlich Verdauungsprobleme auslöste. Jedenfalls keuchte und würgte und spuckte er, bis er keinen Wank mehr tat. Es wurde still in der Fabrikhalle. «Verdammt, das gibt’s doch nicht, ausgerechnet die Y», sagte das Weihnachtskind. Hohe Ansprüche haben sie, die Egotaktiker. Immer auf der Suche nach dem Why. Und hippen technischen Gadgets. Um von der digitalen Welt ja nichts zu verpassen. «Wo ist eigentlich der Weihnachtsmann?» rief das Weihnachtskind. «Der kann die Maschine vielleicht wieder in die Gänge bringen.» Weit gefehlt. Der gute Mann lag im Schnee, die Beine von sich getreckt, mit einer Fahne, aus Alkohol. What the fuck has happened? «Ich habe mir ein paar Bierchen gegönnt, am Messestand der NZZ Netz, alles halb so wild», lallte er. «Die Standverantwortlichen, alte Bekannte, waren besorgt, denn sie mussten 600 Liter Bier in zwei Tagen loswerden, da habe ich Hand geboten.»

Nun, ans Flicken von Maschine Y war nicht zu denken, geschweige denn ans Manövrieren eines Schlittens mit sechs zickigen Renntieren. «Diese elende Saufmütze», fluchte das Weihnachtskind. «Trinkt er sich unter den Schlitten und vergisst Weihnachten.» Der fehlhafte Elf sprang auf. «Ich kenne da ein paar knallige Jungs aus Luzern, die Weihnachten vielleicht noch retten könnten.» Er schnappte sich das Telefon und wählte die Taste «Staldenhof». «Ciao, Aless, ciao, come stai, si, die Weihnachtskarten wurden rechtzeitig geliefert, no, eine Tapete mit Sandstrand brauchen wir hier vorerst nicht, aber den Simon und seine Crew, und zwar subito!»

Ein paar Flügelschläge später knirschten die Reifen eines Autos im Schnee - die Pengländer waren da. Simon begrüsste das Weihnachtskind herzlich. «Der kennt auch die halbe Welt», dachte der Elf bewundernd. «René, schau mal nach der Maschine», sagte Simon. René stapfte mit seiner Entourage in die Fabrikhalle. «Den Job bei PENG hat er einem Kollegen weggeschnappt, zum Glück, denn er ist viel besser», flüsterte Simon. Tatsächlich, nur kurze Zeit später hatte sich die ehrwürdige Anlage wieder gefangen und spuckte munter Mobiltelefone. «Der Schlitten, der könnte auch ein Tuning vertragen», sagte Michel. Eben hatte er den «Bachelor in Maserati 3D Logo Produktion» erfolgreich abgeschlossen. Iris hatte auf dem Computer goldene Dreizacke entworfen, die Michel nun am Schlitten befestigte. «Verdammt, die Schrauben sind zu lang», fluchte er. Beni starrte auf den Schlitten. «Hat der auch eine Winde für Steilhangpisten?», fragte er mit glänzenden Augen. «Nicht dass ich wüsste», sagte das Weihnachtskind, «dafür sechs Renntierstärken.» «Die blöden Viecher haben sich wiedermal selbständig gemacht», sagte der Elf, und zeigte in den Schnee. «Ich fange sie ein», sagte Tanja. Als Fasnächtlerin schreckte sie auch vor wild gewordenen Horden nicht zurück, abgesehen davon, dass sie den Job bei PENG der Fasnacht verdankte, respektive einem schlauen Fuchs, der sie zu 100 Promille empfahl. Zum Glück hatten die Pengländer bereits Erfahrung mit Goldeseln, die zwar nicht zickig, aber umso störrischer waren. «Satte 72 Stunden am Stück hat unser Techniker im Bauch des Vierbeiners verbracht, bis dieser die begehrten Choco-Taler ausspuckte», erzählte Simon. Inzwischen hatten die Elfen alle Geschenke im Schlitten verstaut. «Lass uns noch 100 Nordmann-Tannen aufladen und verschenken», rief Simon. «Braucht ihr noch ein Navi?», fragte das Weihnachtskind. «Nicht nötig», sagte Beni, und gab Gas. «Wir orientieren uns am Leuchtturm, den wir im Zürichsee versenkt haben». Der Schlitten hob ab und verschwand in der klirrenden Winternacht.

Bis zum Morgengrauen hatten die Pengländer alle Geschenke verteilt - und auch die Generation Y beglückt. Alle Geschenke? «Verdammt, die Nordmann-Tannen», sagte Simon. «Irgendwie wollte die keiner so recht haben». Und so kam es, dass bei ihm und Beni 30 Tannenbäume im Wohnzimmer standen. 30 verdammte Nordmann-Tannen in einem verdammten Wohnzimmer. Sowas sieht man sonst nur mit 200 Liter Bier in der Birne.

Prost und fröhliche Weihnachten!

THE END

And the PENG! & Friends award goes to ... Miss Susanne Daxelhoffer.




Wie die Pengländer Weihnachten retteten
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